Ein Projekt der Hertener Bürgerstiftung

Herten Plus

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Hertener Bürgerstiftung

Der Hof Wessels der Hertener Bürgerstiftung ist BNE-Regionalzentrum für den Kreis Recklinghausen. Wir verstehen uns als außerschulischer Lernort, der Kinder, Jugendliche und Erwachsene für nachhaltige Entwicklung sensibilisiert und befähigt, Verantwortung für ihr Handeln gegenüber Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zu übernehmen. Unser Selbstverständnis gründet sich auf der Überzeugung, dass Bildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern Kompetenzen schafft, die Menschen in die Lage versetzen, ihr eigenes Handeln kritisch zu reflektieren und aktiv zu gestalten.

Das Gelände des Hofes, das auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblickt und seit 2000 im Besitz der Hertener Bürgerstiftung ist, bietet einen einzigartigen Rahmen für praxisnahe Bildung. Die Einrichtung verfolgt das Ziel, ökologische, ökonomische und soziale Bildung in einem integrativen Ansatz zu verbinden. Wir orientieren uns dabei an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen sowie an der Agenda 21 und der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes NRW. Diese Orientierung prägt sowohl unsere inhaltliche Arbeit als auch die strukturelle und organisatorische Ausrichtung des Hofes.

Unsere Bildungsarbeit folgt dem Prinzip des Whole Institution Approach. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird auf dem Hof Wessels nicht nur in einzelnen Projekten oder Angeboten umgesetzt, sondern als Leitprinzip für die gesamte Einrichtung verstanden. Pädagogische Programme, Organisationsentwicklung, Bewirtschaftung des Geländes, Ressourcennutzung, Kooperationen und Entscheidungsprozesse sind konsequent an den Zielen nachhaltiger Entwicklung ausgerichtet. Der Hof selbst wird so zum Lerngegenstand und Vorbild für nachhaltiges Handeln.

Seit 2004 wird der Bereich der außerschulischen Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung kontinuierlich ausgebaut. Die pädagogische Arbeit auf dem Hof Wessels ist dabei stets an den Prinzipien der Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Dies bedeutet, dass Lerninhalte nicht isoliert vermittelt werden, sondern in vernetzter Betrachtung ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte, die direkt erfahrbar und handlungsorientiert umgesetzt werden können. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden erkennen, wie ihre individuellen Entscheidungen und Handlungen in den größeren Kontext von Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft eingebettet sind.

Im Sinne des Whole Institution Approach erleben die Teilnehmenden nachhaltige Entwicklung dabei nicht nur als Lerninhalt, sondern im alltäglichen Handeln der Einrichtung: in der Gestaltung der Lernorte, im Umgang mit Ressourcen, in der Organisation von Bildungsangeboten sowie in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und Partnern.

Als BNE-Regionalzentrum vernetzen wir uns regional und überregional mit Schulen, Kitas, Bildungseinrichtungen und weiteren Partnern, um die Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung langfristig zu stärken. Kooperationen und Bildungsnetzwerke sind ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Durch die Zusammenarbeit mit Partnern tragen wir dazu bei, dass die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung in den Bildungsalltag eingebunden und systematisch vermittelt werden. Dabei stehen sowohl fachliche Inhalte als auch methodische Kompetenzen im Vordergrund, die es den Lernenden ermöglichen, kritisch, reflektiert und verantwortungsvoll zu handeln.

Im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit steht die Vermittlung von Handlungs- und Gestaltungskompetenz. Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfahren auf dem Hof praxisnah, dass sie ein Teil der Natur sind. Durch Aktivitäten in den Bereichen ökologische Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung, Bienenzucht und Kräutergärten lernen sie die Verantwortung für ihre Umwelt und ihr eigenes Handeln kennen. Wir legen Wert darauf, dass nachhaltiges Handeln nicht abstrakt bleibt, sondern erlebbar und sinnlich erfahren werden kann. Unsere Programme verbinden praktische Erfahrungen mit Reflexion.

Die vielfältige Lernumgebung auf dem Hof Wessels trägt wesentlich zur Umsetzung unserer pädagogischen Ziele bei. Auf rund zwei Hektar finden sich Streuobstwiesen, ökologisch geführte Landwirtschaft, Stallungen und Gehege für Hoftiere, ein Bienenstand, Kräuter-, Heil- und Naschgärten sowie Werkstätten für handwerkliche Projekte. Die drei Hofgebäude sind mit Seminarräumen, Küche und Werkstätten ausgestattet und größtenteils barrierefrei nutzbar. Diese Umgebung ermöglicht es uns, Lernprozesse in vielfältigen Formaten anzubieten, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Altersgruppen unserer Teilnehmenden zugeschnitten sind.

Unsere Arbeit orientiert sich daran, allen Menschen unabhängig von ihren Voraussetzungen Zugang zu Bildung für nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, gesellschaftlich benachteiligte Gruppen einzubeziehen und Barrieren abzubauen. Wir verstehen BNE als inklusives Bildungsangebot, das sowohl die individuelle Potenzialentwicklung als auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und zum verantwortungsvollen Handeln fördert.

Die pädagogische Arbeit auf dem Hof Wessels integriert praktische Erfahrungen mit theoretischer Reflexion. Alte Handwerkstechniken und moderne MINT-Aspekte werden miteinander verbunden und auf ihre Zukunftsfähigkeit hin betrachtet. Diese Verbindung ermöglicht es, zukunftsrelevante Kompetenzen praxisnah zu erwerben und komplexe Zusammenhänge handlungsorientiert zu verstehen.

Die Tierhaltung auf dem Hof ist ein weiterer zentraler Bestandteil der Bildungsarbeit. Sie veranschaulicht ökologische Zusammenhänge, fördert die Übernahme von Verantwortung und ermöglicht multiperspektivische Lernprozesse. Digitale Elemente wie die Bienenstöcke erweitern den Lernraum über den Hof hinaus.

Nachhaltigkeit ist nicht nur Inhalt, sondern Prinzip unserer gesamten Organisation. Wir handeln ökologisch verträglich, ökonomisch tragfähig und sozial gerecht. Im Sinne des Whole Institution Approach werden diese Prinzipien regelmäßig reflektiert, weiterentwickelt und in alle Arbeitsbereiche integriert. Durch Evaluation, Fortbildungen und Feedback sichern wir die Qualität unserer Angebote.

Unser Leitgedanke lautet:
„Mit der Erfahrung von gestern und dem Wissen von heute für eine nachhaltige Welt von morgen – lernen, handeln, Verantwortung übernehmen.“
Dieses Leitbild ist Grundlage für unsere pädagogische Arbeit, unsere Organisationsentwicklung und unsere Kooperationen. Wir verstehen uns als Teil eines Netzwerks, das Menschen dazu befähigt, aktiv an einer nachhaltigen, enkeltauglichen Zukunft mitzuwirken.

Stand November 2025