Unsere Philosophie - und Idee des Hofes
Viele Jugendliche und Erwachsene hatten mit dem Strukturwandel in der einst größten Bergbaustadt Europas (Herten) und der Schließung der letzten Zeche plötzlich keine Perspektive mehr.
Die Folge war eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Die Hertener Bürgerstiftung wollte wieder Perspektiven schaffen. Sie baute den verfallenen Hof Wessels mit großer Eigenleistung und viel Liebe zum Detail wieder auf und übergab ihn 2003 als Jugendwerkhof seiner neuen Bestimmung.
Seitdem dient er Jugendlichen mit erhöhtem Föderbedarf, Jugendlichen ohne Ausbildung, Jugendlichen mit gescheiterten Biografien und Jugendlichen mit Behinderungen als Lern- und Qualifizierungsort. Ziel ist eine Vermittlung oder (Re-) Integration in die Ausbildungs-/ Arbeitswelt und in die Gesellschaft. Daher versuchen wir Jugendlichen Strukturen zu geben und sie an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen.
In begleitenden Seminaren stehen Themen wie Schlüsselqualifikationen, Sozialkompetenzen, Bewerbungstrainings, Work-life-Balance, aber auch lebenspraktische Fragen im Mittelpunkt.
Wir versuchen die Stärken der Jugendlichen, die z.T. keinen oder einen schlechten Schulabschluss haben herauszufinden, zu fördern und unter ca. 500 Ausbildungsberufen eine möglichst gute Passung zu erreichen. Dabei arbeiten die Jugendlichen nicht in Werkstätten, sondern in Echtbetrieben und werden fachspezifisch qualifiziert und individuell angeleitet (biozertifizierte Landwirtschaft, Hofladen, Bäckerei, Gastronomie, Hauswirtschaft).
Sie lernen also die täglichen Realitäten kennen und gewöhnen sich in einem geschützten Raum daran. Die Jugendlichen werden in der Zeit der Maßnahme zudem sozialpädagogisch betreut. Nachhilfe auf freiwilliger Basis und ein Pool ehrenamtlicher Ausbildungspaten stehen für eine weitere Betreuung zur Verfügung.
Ausgehend von der aktuell nicht so rosigen Lage bis zur erfolgreichen Ausbildung oder Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit steht den Jugendlichen immer jemand zur Seite.
Auch in 6 Ausbildungsberufen versuchen wir Jugendlichen zu einer Ausbildung zu verhelfen, die auf dem normalen Ausbildungsmarkt kaum eine Chance haben.
Alle Hilfe und Hilfsangebote nützen aber nichts, wenn der Jugendliche diese Hilfe nicht möchte oder nicht annimmt. Dafür ist aber auch eine aktive Überzeugungsarbeit in gewachsenen Strukturen und in einem guten Netzwerk in Zusammenarbeit mit Ämtern, Jugendhilfeeinrichtungen und Betreuungsnetzwerk notwendig. Für jeden Fortschritt, sei er auch noch so klein und jeder Vermittlungserfolg sind dabei Motivation für die weitere Arbeit, die aufgrund sinkender Fördergelder und einem großen notwendigen Umfeld, dass finanziert werden muss immer schwieriger wird.
Eine ausführlichere Beschreibung unserer Arbeit mit Jugendlichen finden sie unter der Überschrift Jugendarbeit.

